Annika Will B.A.
PhD Student | Bodies and Performances
In meinem Promotionsprojekt beschäftige ich mich mit den Reformprozessen der Schauspielausbildung in der BRD der 1970er Jahre als Phase institutioneller Neuordnung. Ausgangspunkt des Projekts ist die Hypothese, dass die Entstehung der für die Personalauswahl und -formung relevanten Infrastruktur im Sinne der Ausbildung (inter-)organisationaler Strukturen durch historische Konjunkturen einzelner Humandifferenzierungen angeschoben bzw. vorangetrieben wird. Im Zentrum meiner Forschung stehen die Westfälische Schauspielschule Bochum und die Max-Reinhardt-Schule in West-Berlin als exemplarische Fallstudien progressiver Ausbildungseinrichtungen. Ziel ist es, Aushandlungsprozesse um Auswahl, Ausbildung und Vermittlung von Schauspieler:innen zu analysieren und deren Bedeutung für institutionelle Transformationsdynamiken herauszuarbeiten. Besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie sich Vorstellungen von Begabung, Professionalisierung und sozialer Differenzierung im Kontext bildungs- und kulturpolitischer Reformen veränderten.
Mit meinem Promotionsprojekt bin ich Teil des Teilprojekts D04 „Schauspielen als Beruf. Historische Konjunkturen der Humandifferenzierung in Schauspielausbildung, Künstlervermittlung und Theaterhäusern im 20. Jahrhundert“ zusammen mit Hanna Voss, Friedemann Kreuder und Stefanie Hampel.
Seit 2026 bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB 1482 im Teilprojekt „Schauspielen als Beruf“. Während meines Studiums der Theater- und Buchwissenschaft war ich von 2016–2024 am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz als studentische/wissenschaftliche Hilfskraft tätig.